Eat & Travel: Hamburg

Ich glaube nicht, dass es das Hamburg-Wochenende gibt. Diese tolle Stadt hat soviel zu bieten, dass ich jedesmal, wenn ich herkomme, andere Highlights entdecke. Wie ich meinen jüngsten Ausflug in die Hansestadt verbracht habe, beschreibe ich im Folgenden. Vielleicht ist ja etwas für Euch dabei.

Wie oft ich schon in Hamburg war, kann ich nicht sicher sagen – zumeist herrschte jedoch das sprichwörtliche Schietwetter. Ganz anders dieses Jahr: ein Wochenende aus dem Bilderbuch, was natürlich dazu führte, dass wir die meiste Zeit im Freien verbrachten. Aber der Reihe nach: unsere Anreise hatten wir mit der Bahn geplant, was ich für einen HH-Aufenthalt wirklich empfehle, da die Anfahrt über die BAB 1 schnell zum Albtraum werden kann. Natürlich weiß ich, dass auch die Anreise mit der Bundesbahn zum Fiasko geraten kann, aber irgendwie muss ich ja reisen und was soll ich sagen: diesmal ging (zumindest auf der Hinfahrt) alles glatt!Stadtwappen

Untergekommen sind wir im Hotel My-Place – mitten im Schanzenviertel. 18 Zimmer stehen in dem kleinen Hotel zur Verfügung – auf Wunsch gibt es gegen entsprechenden Aufpreis ein kleines Frühstück. Zu dessen Qualität kann ich jedoch nichts sagen, da ich bei Städtetouren immer versuche, mein Frühstück extern einzunehmen. Mir macht es mehr Spaß, ein Café vor Ort zu suchen, als den Morgen in einem Frühstücksraum eines Hotels zu verbringen.

Ein Frühstück will allerdings auch verdient werden und so ging es erstmal aufs Fahrrad. Hamburg lässt sich hervorragend erfahren – optimal ist dieses mit dem StadtRad möglich. In Zusammenarbeit mit Call-a-bike der Deutschen Bahn lassen sich an einer der vielzähligen Stationen Räder entleihen. Die Besonderheit in Hamburg ist, dass die erste halbe Stunde keine Mietgebühr anfällt. So kann man sich – abgesehen von den EUR 3 Jahresgebühr – weitestgehend kostenlos durch die Stadt bewegen. Kurzentschlossen ging es so zu einem der schönsten Wochenmärkte der Stadt: dem Isemarkt. Ab der U-Bahn Station Hoheluftbrücke sind die Marktstände rd. 600m unter dem Hochbahn-Viadukt aufgebaut und laden zum Kauf ein. Mir hat der morgendliche Bummel, inkl. Espresso und Franzbrötchen, so viel Spaß gemacht, dass ich total vergaß, ein Foto zu machen. Schade – ich hätte gerne die Stimmung für Euch eingefangen.

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Nach dem Marktbesuch nun aber endlich zum Frühstück! Neben dem Kaffee Stark in Sankt Pauli, in dem ab 10:00 Uhr Frühstück serviert wird, und Kaffee Starkdem Tide (in der Woche ab 8:00, am Wochenende ab 10:00 Uhr) in Ottensen, das belegte Brötchen, Croissants und Brezeln anbietet, ist meine Empfehlung der Klippkroog in Laufnähe zum S-Bahnhof Altona. Frühstück gibt es hier ab 9:00 Uhr – reichhaltig und lecker.

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Meine Empfehlung ist das Groot Käse und die Rühreier mit Pilzen und Speck. Allen Häusern ist gemein, dass man sein Frühstück auf dem Gehweg genießen und so das bunte Treiben im Viertel beobachten kann.

Apropos buntes Treiben – auch wenn mich ein Hamburger vielleicht eines Besseren belehren würde: das Tide liegt mitten in, der Klippkroog unmittelbar an der Grenze zu dem wunderschönen Viertel Ottensen. In Ottensen gibt es eine Vielzahl kleiner Geschäfte – auf ein paar wenige möchte ich an dieser Stelle hinweisen. Zu nennen ist hier sicherlich die Patisserie – hier werden seit 2015 französische Klassiker und solche, die es werden können, angeboten: Brot und Gebäck vom Feinsten! Beim Brot besteht indes die Qual der Wahl: In Laufnähe hat das Zeit für Brot seine Zelte aufgeschlagen. Hier werden alle Produkte klimaneutral mit Ökostrom nachhaltig (die Lieferanten stammen auskunftsgemäß aus der Region) und in Bioqualität produziert. Schön und gut -aber das Wichtigste: lecker! Wer Spaß an Lebensmitteln hat sollte unbedingt einen Blick in das kleine Ladenlokal Paola Alimentari in der Ottenser Hauptstraße 59 werfen. Beim Betreten des Geschäftes kommt es einem vor, als sei man mit einem Schritt von Hamburg in eine italienische Stadt gewechselt.

Da die Zeit so schnell vergeht und sich schon wieder der Hunger meldet, sind wir gleich in Ottensen geblieben. Das Restaurant, für das wir uns entschieden haben, hat seine Anschrift zum Namen gemacht: Kleine Brunnenstraße 1. Hier wurden wir mit einem Lachscarpaccio mit Spargel begrüßt – gefolgt von Felchenfilet auf Erbsenpüre und Mairitterlingen. Der Fleischgang überzeugte mit einem Maibock-Rücken auf Selleriecreme und Mairübenspalten. Zum Finale gab es eine geflämmte Zitronentarte mit Milcheis. Satt und glücklich haben wir uns auf den Heimweg ins Schanzenviertel gemacht!

Am nächsten Tag ging es wieder auf´s Rad: am Elbufer entlang nach Blankenese und ins Treppenviertel. Da uns wTreppenvierteleiterhin das Wetter in die Karten spielte, verbrachten wir einen schönen Tag am Ufer des Flusses, schauten den vorbei fahrenden Schiffen Seglerzu und vergnügten uns mit Hopfensaft und Matjesbrötchen auf der kleinen Terasse des Imbiss Maats. Da war es wieder das Gefühl, dass das Leben doch eigentlich ganz einfach sein kann!

An diesem Abend kehrten wir in ein Lokal ein, dass wir schon aus vorhergegangen Hamburgbesuchen kannten: den Witwenball auf der Weidenallee. Hier servierte man uns eine Ochsenpraline mit Selleriecreme und Apfel, Lachsforelle mit grünem Spargel, Avocadocreme und Chorizo und Brisk vom Rind mit Brokkolisalat. Zugegebener Maßen war ich bei Brokkolisalat skeptisch, wurde aber durchaus positiv überrascht! Weintrinker werden übrigens im Witwenball ihre Freude haben: die Karte umfasst 30 offene und rd. 300 Flaschenweine. Der Witwenball eignet sich auch gut für den Absacker und die kleine Käseplatte am späteren Abend – zum Beispiel nach einem Besuch der Elbphilarmonie. Wir hatten das Glück, Karten zu bekommen und kamen so nicht nur zu kulinarischem, sondern auch kulturellem Genuss!

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