Eat & Travel: Rotterdam

Eigentlich wollte ich gar nichts über Rotterdam schreiben. Die zweitgrößte Stadt unserer niederländischen Nachbarn ist aus meiner Sicht nicht wirklich eine Schönheit. Ihr großer Nachteil im Vergleich zu anderen Städten ist, dass die deutsche Luftwaffe 1940 die gesamte Altstadt zerstört hat, was die niederländische Regierung wierderum zum Anlass nahm, sofort zu kapitulieren. Diesem Umstand haben wir es wohl zu verdanken, dass viele Städte ihren wunderschönen historischen Kern behalten haben … und Rotterdam eben nicht.

Warum erwähne ich Rotterdam dennoch? Weil es in diesem Blog ums Essen geht! Zwei Restaurantempfehlungen möchte ich aussprechen:

Zum einen das Vineum auf dem Eendrachtsweg 23. Das Vier-Gang Menü war ausgesprochen gut. Gestartet habe ich mit einem Lachssushi und gegrillter Avocado. Als zweiten Gang kamen Bouchot Muscheln, also die kleinen Miesmuscheln aus Frankreich, auf den Tisch. Der Sud aus Knoblauch, Thymian, Rosmarin, Weißwein, Butter und Krustentierfonds war der Knüller! Zum Fleischgang gab es Lamm in zweierlei Ausführung: Lammlachs und einen Lammbitterbal (Exkurs: ein Bitterbal (Plural Bitterballen) ist eine panierte Krokette, die mit einem Fleischragout gefüllt ist. Man bekommt an jedem niederländischen Imbiss Bitterballen, häufig in zweifelhafter Qualität. Der Bitterbal im Vineum war ganz was anderes – in deutschen Restaurants würde man ihn vermutlich als Lammpraline anpreisen) an einer Auberginencreme und lauwarmer Soße von Tomaten und Pancetta. Zum Dessert gab es einen Klassiker: Erdbeeren Romanoff.

Zum anderen das Mangiare auf der Van Oldenbarneveltstraat. Das Mangiare ist irgendwie das Gegenteil vom Vineum. Während im Vineum nobel diniert wird, kommt im Mangiare einfache italienische Hausmannskost auf den Tisch. Die Weinkarte ist übersichtlich – getrunken wird aus Wassergläsern. Im Mangiare ist es eng und laut – ruhige Gespräche sind kaum zu führen. Was die beiden Restaurants eint: das Essen ist lecker. Wir haben uns eine gemischte Antipasti-Platte geteilt – ich hatte danach ein Kalbsschnitzel (butterzart) mit Zitronensauce und leicht angebratenen Kartoffelspalten.

An anderer Stelle habe ich bereits erwähnt, dass ich ungerne im Hotel frühstücke. In den Niederlanden ist das regelmäßig problematisch, da unsere Nachbarn einen Hang zu sehr süßem Frühstück haben: Hagelslag, Pindakaas, Ontbijtkoek. Ich mag es aber lieber herzhaft! Wenn dann der Käse und der Schinken auch noch von guter Qualität sein soll, kann es schon mal eng werden. In Rotterdam hat es jedoch funktioniert! Für den günstigen Kurs von € 7,50 bekommt man bei Jordys Bakery ein Frühstück in hervoragender Qualität!

Was noch aufgefallen ist: Nach fünfjähriger Bauzeit hat 2014 Königin Maxima in Rotterdam die Markthalle feierlich eröffnet. Neben ein paar Obstständen finden sich hier eine Reihe von Imbissangeboten, ein asiatischer Supermarkt und im Keller ein weiterer Supermarkt (albert heijn). Das Besondere an der Halle sind weniger diese Angebote, als die Halle an sich. Das hufeisenförmig Gebäude ist ein „Hingucker“. Auch wenn es auf mich merkwürdig deplatziert wirkt, muss ich doch sagen, dass die Architektur bemerkenswert und Zeichen einer mutigen Stadtentwicklung ist.

Möchte man günstig Obst und Gemüse erwerben, empfehle ich den Markt samstags direkt vor der Halle – hier findet man alles, was man in der Küche braucht.

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