Restaurant: l‘ecusson, Beaune

Es ist nun bereits etwas her, dass dieser Beitrag entstanden ist, i.e. er stammt aus einer Zeit, zu der die Covid-19 Pandemie zwar bereits lief, aber die Infektions-Fallzahlen so niedrig waren, dass wir heute vor Freude ausflippen würden. Da diese Zeiten hoffentlich bald wiederkommen, mag eine Anregung für einen Ausflug ins Burgund vielleicht etwas zur Vorfreude beitragen:

Ich war vor einigen Jahren bereits im l’ecusson zu Gast und seinerzeit mittelmäßig begeistert. Die Speisen waren schon damals gut, aber ich war nicht vollends überzeugt. Nach einem neuerlichen Besuch muss ich den Eindruck revidieren. Das Restaurant wurde neu möbliert und optisch deutlich aufgewertet. Wir hatten eine sehr schönen Abend mit bestem Essen und Wein (für mich zumeist die Achillessehne im Burgund sind die aufgerufenen Preise für den Wein, es wird schnell dreistellig – das ist im l’ecusson nicht anders. Es gibt aber auch sehr gute bezahlbare Flaschen und der Service hilft gerne bei der Auswahl). Apropos Service: super aufmerksam und zuvorkommend wurde uns ein schöner Abend bereitet. Auf die Gabel gab es (ohne amuse bouche und Käse):

Langsam gegarte Weinbergschnecken in einer Petersilienemulsion Hier war ich skeptisch: Bislang kannte ich Schnecken nur mit ordentlich Kräuterbutter, die dann auch ausschließlich danach schmeckten. Die im l’ecusson servierten Schnecken hatten ein hervorragendes Aroma, das ich mit feuchtem Waldboden beschreibe – gut, das mag nun auch nicht jeden begeistern, wir fanden es klasse!

Sous vide gegarter Rücken und Keule vom Kaninchen mit Variationen von Mais (Creme, gegrillt, gebacken) und süßem Kleesaft – erneut eine volle Nase Natur!

Variationen vom Charolais-Rind: Tartare mit Senf-Sorbet, Confit mit Comté, Gekocht mit einem Tataki Chips. Wer diese Rinderrasse nicht kennt: wenn man durch den Süden Belgiens bzw. den Norden Frankreich fährt, sieht man diese Tiere mit hellem Fell. Ein Blick auf den Körperbau zeigt den deutlichen Unterschied zu der uns bekannten Milchkuh. Schaut hier.

Seesaibling mit Sellerie, Kartoffelpüree und Gemüse der Saison. Schon fast erwartet, erhofft sowieso: der Fisch schmeckte rein und klar – keine Spur von Modder, wie es leider immer wieder vorkommt, wenn der Fischwirt seine Arbeit nicht macht. In einem Restaurant in Berlin wollte man mir einst erklären, dass dieses Aroma erwünscht sei (Mensch, Mensch, Mensch…). Verantwortlich für dieses Fehlaroma ist, wie ich jüngst lernen durfte, ein Cyano-Bakterium, das man nur los wird, wenn man das Wasser der Zuchtanlage austauscht.

In Vanilletee porchierte Feige, Blaubeeren, Casis-Sorbet.

Dunkle Schokolade mit Passionsfruchtsorbet – death by chocolate – aber nicht plump mit dem (Schoko-) Hammer auf den Kopf, sondern ein süßer Giftmord 😉

Être beurré comme un petit LU!

2 Kommentare zu „Restaurant: l‘ecusson, Beaune

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